Prima-Ticket ist ein erster Schritt – wo bleibt das Juniorticket ?

“Es ist sehr zu begrüßen, dass der Verkehrsverbund Rhein Sieg (VRS) verstanden hat, dass er sein Ticketangebot an den Bedürfnissen seiner Kunden ausrichten muss,” kommentieren die Jusos Sankt Augustin die Entscheidung des VRS auf die Kritik am neuen Schülerticket einzugehen und mit dem “Prima-Ticket” ein reines Schulwegticket beizubehalten. “Leider scheint der VRS sich nur im Fokus der medialen Aufmerksamkeit zu bewegen,” so die Jusos weiter, “an die Beibehaltung eines Freizeittickets für Jugendliche ist weiterhin nicht gedacht.”

Bislang sind Jugendliche bis 21 Jahre mit dem Juniorticket für 15,90 EUR in der Freizeit mit Bus und Bahn einen Monat lang mobil. Mit der Einführung des neuen Schülertickets ab August 2011 allerdings soll dieses Angebot ersatzlos entfallen. Als Alternative bliebe einem Schüler einer weiterführenden Schule dann nur der Bezug des Schülertickets. Hat man allerdings keinen Anspruch auf Fahrtkostenerstattung duch den Schulträger, etwa weil man nah an der Schule wohnt, muss man den vollen Ticketpreis bezahlen und nicht nur einen Eigenanteil. “Das Jugendliche ab August 26,90 EUR für ein Bus-und-Bahn-Ticket zahlen müssen, wenn sie keine Fahrtkostenerstattung erhalten, ist de facto eine Preiserhöhung um beinahe 70 %,” stellen die Jungsozialisten ernüchtert fest. Schließlich werden Schülerinnen und Schüler, die nicht mit Bus oder Bahn zur Schule gelangen, auch weiterhin nur in ihrer Freizeit den Nahverkehr nutzen. Für den nutzlosen ‘Mehrwert’ das Ticket nutzen zu können, während sie eigentlich in der Schule sind, sollen demnächst 11 EUR im Monat hingelegt werden.

“Der Verkehrsverbund Rhein Sieg wäre gut beraten auch weiterhin Jugendliche als Kunden ernst zu nehmen,” finden sie Jusos. “die Nutzung es öffentlichen Nahverkehrs muss bezahlbar bleiben und darf nicht zum Luxusgut verkommen, wenn wir mehr Fahrgäste gewinnen wollen.” Ein Blick in die Nachbarverbünde zeigt, dass es geht. Vom VRR abgesehen bieten sie alle ein Freizeitticket zu Preisen bis 15 EUR im Monat an. “Dass der VRS nun ein Prima-Ticket einführen will, zeigt dass es geht,” stellen die Jusos abschließend fest, “wir werden uns weiter für ein Freizeitticket einsetzen und haben bereits begonnen den innerparteilichen Weg zu beschreiten.”

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